Mein Abschied von ampad

Adrian Yass, 18 Dez 2016

“Beileid, ihr seid jet­zt ver­heir­at­et.” Ver­heir­at­et? Ich? Am 01.04.2010? Aprilscherz? Naja, nicht ganz. Nur ein bis­schen Sar­kas­mus eines Fre­undes. Raphael und ich saßen gerade bei der Volks­bank und hat­ten ein ge­mein­sames Konto eröffnet: Un­ser Firmen­konto. Denn am 01.04.2010 wurde die am­pad UG (haf­tungs­bes­chränkt) & Co. KG ge­boren. Kein Aprilscherz. Und um es kurz zu machen: Das Kind ist jet­zt 6 Jahre und 9 Mon­ate alt. Alt genug um eingeschult zu wer­den und alt genug um auf ei­gen­en Bein­en zu stehen.

Ich selbst habe die let­zten Jahre viele Pro­jekte par­al­lel ge­habt. Ver­mut­lich zu viele gleichzeit­ig. Für mich ist es Zeit, meine En­er­gie konzentriert ein­zu­set­zen. Und so habe ich beschlossen diese Firma ihren ei­gen­en Weg ge­hen zu lassen.

Und das wird sie auch. Sie steht gut da. An ihr­er Spitze sehe ich mit Raphael Kim­mig ein­en zuverlässigen, ver­trauenswürdi­gen und ehr­lichen Geschäftsführ­er und ein­en guten Fre­und. Mit ihm kann ich mir sich­er sein, dass er sich gut um sie kümmern wird und sie sich weit­er­entwick­eln kann. Und je­mand, den ich un­einges­chränkt weit­er­em­p­fehlen kann.

Am­pad ist keine riesen­große Firma, trotzdem hat sie ein beacht­liches Wach­stum hingelegt und eine be­merkenswerte Sta­bilität. Alles was diese Firma hat, hat sie sich selbst erarbeiten müssen. Wir haben uns ohne Förder­ung gegründet, ohne Kred­ite, ohne Inkubat­or, der uns Strom, Wasser, In­ter­net, oder auch nur ein Dach über dem Kopf fin­an­ziert hätte. Was wir hat­ten war­en un­sere Com­puter und meine Kam­era und 100 Euro Startkapit­al.

Jeder Gedanke an un­sere Gründung­szeit hat seine ei­gene kleine Fasz­in­a­tion. Der er­ste Gedankenaus­tausch im Schlossgarten Heidel­berg, Sylvester 2008 und dann natürlich der Winter 2009, als ich gerade mein Dip­lomzeugnis hatte und es los ge­hen soll­te.

Wir wussten, dass wir gründen woll­ten, hat­ten aber keine Ahnung was. Also zo­gen wir uns aus der uns bekan­nten Zivil­isa­tion zurück. Wir kauften ein Baden-Württem­berg-Tick­et und fuhren in ein entle­genes, aus­gekühltes, ver­lassenes Schwar­zwald­haus und schlossen uns ein, bis wir es wussten.

Be­waffnet mit Stift, Papi­er, Note­book und E-Gi­tarre schlossen wir uns ta­gelang im Schwar­zwald ein ein.

Heraus kam ein Konzept, ein Name, und kurz da­rauf fanden wir - im IRC auch un­ser­en er­sten Kun­den. Eine kleine Er­folgs­geschichte (von der ich noch ein­ige Epis­oden auf meinem Blog erzählen werde) kon­nte be­ginnen.

Am 08. Dezem­ber 2016 habe ich mein­en Aus­stieg im Not­ari­at be­siegeln lassen. Während ich nun ein wenig in die Ver­gan­gen­heit blicke, be­vor ich ich mich neuen Heraus­for­der­ungen stelle, liegt es nun an Raphael am­pad weit­erzuführen und vor­an­zubrin­g­en. Er hat ein tolles Team um sich her­um und die Firma hat eine Aus­stat­tung um auch Kris­en zu über­stehen, die er, wie ich ihn kenne, erst gar nicht aufkom­men lassen wird. Dabei wünsche ich ihm alles er­den­k­liche Gute.